header
spacer
 
Newsletter

Info: Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.
pic
  spacer  
 

Ich lebe noch. Und wie!

Hallo allerseits. Ich habe meinen Bericht schon seit einer Weile nicht mehr weitergefuehrt. Aber ich wollte mich mal eine Zeit wirklich auf mich konzentrieren und auch nicht so viel am Rechner sitzen. Aber da sich doch einiges getan hat in der Zwischenzeit, wollte ich euch mal wieder auf dem Laufenden halten.

 

Kalaripayat - Die Kampfkunst Indiens

Wie ich ja schon vor geraumer Zeit angekuendigt habe, hat sich ein Lehrer in der indischen Kampfkunst "Kalaripayat" gefunden, der mich auch in einer speziellen Art und Weise massieren wollte. Die Massagen sind nun vorbei und ich kann euch sagen. Das war wirklich gut. Eine Woche lang jeden 2. Tag um 6.00 aufstehen und zu Maneesh fahren. Das Training faengt immer um 7.00 Uhr an und dauert eine Stunde. Die Massagen habe ich meistens gleich im Anschluss bekommen. Die Moskitos haben sich zu so frueher Stunde sehr ueber ihr Fruehstueck gefreut. Ein schoen angerichteter, nackter und mit feinem ayurvedischen Oel eingeriebener Koeper liegt wehrlos da, wie auf einem silbernen Tablett. Wenn es hier Malaria gibt, dann habe ich es bestimmt schon zigfach bekomen. Aber anscheinen gibt es hier seit Jahren kein Malaria mehr. Hier sind die hygienischen Bedingungen nicht su verlgeichen mit anderen indischen Gegenden. Hier ist vieles einiges sauberer und besser organisiert. So habe ich trotz unzaehliger Stiche noch keine nennenswerten Krankheiten davongetragen. Aber die Massage war dennoch ein Genuss. Man merkt, dass die ganzen Bewegungen einer Kampfkunst entspringen. Denn versschiedene Koerperbereiche werden mit langen Strichen mit den Fuessen massiert. Und dabei wird der Druck und die Stellung des Fusses dem Muskelverlauf des Koepers angepasst. Man ist wirklich gut eingeoelt und so ist der Druck schoen auszuhalten. Aber dennoch sind natuerlich schmerzhafte Stellen dabei. Unter anderem wird das eine Bein von einem Helfer fixiert und das andere mit einem Bein richtig abgespreizt und die Muskel des Beines werde mit langen, kraftvollen Strichen gestrecht. Aber die Schmerzen verwandeln sich nach einiger Zeit in Wohlschmerz.

Das Training ist sehr aehnlich dem, was ich sonst auch gewohnt bin. Zumindest von den einzelnen Teilen her. Das heisst, es ist aufgeteilt in Aufwaermen, Dehnen, Technik und Kraft. Nur die Art und Weise der Uebungen ist ganz anders. Die Beweglichkeit ist sehr in Vordergund gestellt. Die Beine fliegen staendig durch die Luft. Sehr viel Wert wird auf Koordination und Beweglichkeit besonders in den Beinen gelegt. Ich bin fast der einzige, der keinen Spargat in alle Richtungen machen kann und auch sonst nicht mit dem Arsch den Boden beruehren kann, waehrend die Fuesse den Boden normal beruehren. Bruecke nach hinten und dann mit Leichtigkeit wieder zurueck - das ist fuer die meisten kein Problem. Aber das ist natuerlich eine Motivation und kein Grund zur Verzweifelung. Wenn man sich aber die Uebungen und sonstige Bewegungen anschaut, dann merkt man doch schnell, dass sie seht aehnlich sind zu Wing Chun, Escrima oder Taiji. Die Uebungsweise ist eben anders. Es wird sehr viel auf Beweglichkeit und Explosivitaet geachtet. Da die Waffen eine grosse Reichweite haben, gehen die Kaempfer sehr schnell nach unten und machen sich dann lang um auszuweichen und schnellen wieder hoch. Die Aehnlichkeit mit der Akrobatik des Shaolin Kung Fu ist durchaus vorhanden. Maneesh ist mit 9 Jahren in ein Ashram in Kerala eingetreten und hat dort von Klein auf diese Kampf- und Heilkunst erlernt.

Natuerlich habe ich einen Sack voll Uebungen dabei und freue mich schon die anderen zu sehen, wie sie sich damit abquaelen werden. Spass bei Seite. Ich finde die Uebungen wirklich gut und sie sorgen tatsaechlich fuer mehr Beweglichkeit. Dauert natuerlich nicht nur 2 Wochen. Aber es ist dynamischer und kaempferischer als nur Yoga zu machen. Waffen erlerne ich natuerlich keine. Die bringen einem das nur nach sehr langer Zeit bei. Und da haben sie recht strickte Regeln. Und richtige Partneruebungen gibt es auch keine. Zumindest lange am Anfang nicht. Aber das habe ich ja dann im Wing Chun oder Escrima. Freue mich schon darauf, mal wieder im Training zu sein.

 

Ayurvedische Massage

Da ich ja von den fliessenden Bewegungen und dem Oel so begeistert waehrend der Massage, dachte ich mir - das will ich auch machen. Und so hat auch gerade von ein paar Tagen ein Kurs begonnen. Die Art der Massage baut auf auf die Art von Kalaripayat. Die Kursleiterin hat ebenfalls bei dem Meister von Maneesh in Kerala gelernt. Das Interessante ist noch dazu, dass im Ayurveda die selben Meridianbahnen, wie in der chinesischen Medizin verwendet werden. Das bedeutet, dass ich viel ueber Oele, Bewegung, indische Spiritualitaet und aehnliches lerne. Aber die Meridianpunkte sind eine Wiederholung und eine Festigung meines bisherigen Wissens. Und da ich mich sowieso damit beschaeftigen wollte, kann ich das damit sehr gut machen. Die Massage wird nicht mit den Fuessen ausgefuehrt, aber der Ablauf ist sehr aehnlich zu der Massage, die ich bekommen habe. Und wenn auch mit den Haenden kann man den Druck gut dosieren. Und zu jedem Typ von Mensch gibt es dann die entsprechenden Oele und Essenzen. Ich finde das mittlerweile eine sehr gute Art zu massieren. Der Kurs ist auch sehr angenehm. Man bekommt viel Information mit. Und die Leute sind auch nett. Und wenn ich bedenke, was man bei uns fuer einen solchen Kurs zahlen wuerde, dann ist das hier schon sehr preiswert. Und ich kann sagen dass ich diese Massage direkt in Indien gelernt habe. Das zieht.

 

Das normale Leben

Das ist eigentlich auch mehr oder weniger mein Alltag gewesen in den vergangenen 10 Tagen. Vormittags habe ich trainiert, wurde massiert oder habe selbst Massagen gegeben. Und den Nachmittag hatte ich zur freien Verfuegung. Der bestand dann meistens aus Strand, ausruhen oder in die Stadt gehen. Ich lese viel und versuche einfach zu entspannen und zu relaxen. Da ich am Vormittag meistens festes Programm habe, will ich mir den Rest des Tages nicht so sehr voll stopfen. Ich ernaehre mich nach wie vor vegetarisch. Und es bekommt mir ganz gut. Aber so manchmal waere ein Schnitzel oder ein Steak schon garnicht so schlecht. Alkohol oder Zigaretten habe ich auch schon seit geraumer Zeit nicht mehr genossen. Und auch das ist nicht so schlecht. Wenn ich wieder da bin, koennte es sein, dass aus mir ein anstaendiger Mensch geworden ist. Aber macht euch nicht allzu viele Hoffnungen.

Ich werde die naechten Tage mal in Auroville herumfahren und einige Fotos schiessen. Das Wetter ist zur Zeit nicht so gut. Es regnet oefter mal. So bin ich heute morgen bis auf die Knochen nass geworden auf dem Motorrad. Aber wenn ich mal einen sonnigen Tag erwischen sollte, dann werde ich euch noch mehr von meinem kleinen Refugium zeigen. Bis dahin wuensche ich euch eine schoene Zeit. Einen schoenen Nikolaus!

 
     
footer